Austin 12/6 – Geschichte weiterleben lassen
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Aktualisiert: vor 19 Stunden

Eigentlich war Roman Bänninger auf der Suche nach einem Austin Seven. Ein kleines, verhältnismässig populäres, gut dokumentiertes Vorkriegsauto. Dann wurde er auf diesen Austin 12/6 aufmerksam gemacht – ein grosser Sechszylinder aus den frühen Dreissigerjahren. Der Vorbesitzer, der Hochschulprofessor und Autor Dr. Rudolf Bader, musste sich von seinem Auto trennen, nur wenige Jahre nachdem er dieses aufwändig hatte restaurieren lassen, zuerst in England, dann erneut in der Schweiz, weil er mit der Arbeit der Briten nicht zufrieden war. Das Auto sollte also nicht einfach verkauft werden, sondern weitergegeben in gute Hände.
Ein Auto als Verpflichtung
Dass es in solche gekommen ist, daran gibt es kaum Zweifel: «Ein solches Auto ist immer auch eine Verpflichtung.» Es würden in den nächsten Jahren noch viele Oldtimer den Besitzer wechseln – wechseln müssen, weil sich ihre Besitzer altershalber von den Autos trennen müssen. Dass diese Fahrzeuge nicht einfach verschwinden, sondern weiterleben, weiterfahren, ist ihm wichtig. Es ist ein Satz, den er in unserem Gespräch mehrfach wiederholt.
Der Austin 12/6 entstand Anfang der 1930er-Jahre, als Austin das Modellprogramm strategisch erweiterte. Der 1.5-Liter-Reihensechszylinder mit 25 PS reichte damals für kultiviertes Reisen. Die Presse war voll des Lobes für den Austin 12/6, als dieser auf den Markt kam. Vom Komfort über die Sitzposition und die Bremsen bis zum Fahrwerk wurde das Auto durchwegs gelobt. Er könne problemlos mit Autos mithalten, die ein Mehrfaches kosten würden, hiess es.
Fahren wie fliegen
Heute ist der 12/6 kein Auto für die beiläufige Nutzung. Roman nutzt seinen Austin, den er «Daisy» getauft hat, auch nur für kürzere Ausfahrten: «Das Fahren mit dem Auto ist anstrengend, es braucht Konzentration, es ist ein Abenteuer.» Alleine schon das Schalten der unsynchronisierten Gänge ist nichts für Oldtimeranfänger. Geschaltet wird nach Gefühl und Gehör – eine Drehzahlanzeige gibt es nicht. «Mit diesem Auto brauchst du immer einen Plan B», erzählt er. Und er erzählt: leidenschaftlich und gerne. Vergleicht die Fahrt mit einem solchen Oldtimer mit seinem zweiten Hobby, dem Fliegen.
Wir stellen die Frage dann doch noch: Was bewegt einen 27-Jährigen dazu, ein über 90-jähriges Vehikel zu kaufen und zu fahren? «Ich liebe es, das zu tun, was die Gesellschaft nicht von mir erwarten würde», sagt Roman. Und er liebt alles, was alt ist, was Geschichte hat. Aus einer Autofamilie stammt er nicht. Ein ÖV-Kind ist er, seine Eltern haben noch nicht einmal einen Führerausweis. Geprägt hat den gelernten Elektrotechniker vor allem sein Berufsschullehrer, der eine riesige Oldtimersammlung hatte.
Geduldiger Fotograf
Dass die Bilder in diesem Artikel von ihm selbst stammen, ist kein Zufall. Seit Jahren fotografiert er – nicht nur seine eigenen Autos, sondern auch im Auftrag. Doch auch dann macht er die Bilder in erster Linie für sich, hat seinen eigenen Stil entwickelt. Mit der Kamera entdeckt er Details, die dem flüchtigen Betrachter entgehen würden. Linien, Patina, kleine Unregelmässigkeiten: «Ich kenne jedes Detail meiner Autos.» Seine Autos, das sind Daisy und Perla – ein Mercury Comet, den er seit bald fünf Jahren besitzt. Manchmal wartet er Stunden für das perfekte Bild. So auch für die Aufnahme von Daisy vor einer Dampflok im Zürcher Oberland. Das braucht Geduld, genau wie das Fahren des Austins.
Text: Ramon Egger – Bilder: Roman Bänninger
👉 Dies ist eine gekürzte Version des Originalartikels. Den ausführlichen Text lesen Sie in AUTOZEIT 2/2026 (erhältlich hier), da gehen wir dann auch noch mehr auf die Geschichte der «Austin Motor Company Ltd.» und des Austin 12/6 ein.




























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