Porsche 959 Sport – Auch heute noch beeindruckend
- 15. Juli
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Vor 40 Jahren brachte Porsche ein einzigartiges Leuchtturmprojekt: den 959. Mit dem Supersportwagen bewies Technikchef Helmuth Bott, dass die Grenzen des 911ers noch lange nicht ausgereizt waren. Dazu setzte er auf viel Leistung, viel Mechanik und noch mehr elektronische Regelung.
Und dann war da noch der Porsche 959 Sport. Nur 29 Exemplare wurden davon gebaut – nach offiziellen Angaben. Porsche strich dem 959 die Klimaanlage, die Niveauregulierung und die elektrischen Fensterheber. Dafür gab es grössere Turbolader, mehr Ladedruck, 515 PS Leistung, 561 Nm Drehmoment. 3.7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 339 km/h Spitze. Das war 1987 absurd schnell. Und ist es heute, fast vierzig Jahre später, noch immer.
Das Erstaunliche am 959 Sport sind aber nicht die technischen Daten. Es ist der erste Eindruck. Der Name 959 ist vorbelastet mit einem Mythos. Sitzt man aber erst einmal drin, ist es ganz einfach: ein Porsche. Das Lenkrad, die ausufernde Anzahl an Rundinstrumenten, das Armaturenbrett, der Schaltknauf, die Sitze – man kennt alles aus dem 964. Was natürlich kein Zufall ist, schliesslich nahm Porsche beim 959 bereits die wichtigsten Elemente der kommenden Generation des Neunelfers vorneweg. Einzig die analogen Uhren für die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und zwischen den Hinterrädern geben einen offensichtlichen Hinweis darauf, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Elfer handelt.Â
Die Lenkung ist etwas schwergängig trotz Servounterstützung, die Kupplung streng, aber gut dosierbar. Die Wege der Schaltung etwas lang, die Führung aber präzise und sauber. Dass der erste Gang unten links sitzt, mag im ersten Moment verwirren. Weil der tatsächliche erste Gang aber der «Geländegang» ist, und dieser an der vertrauten Stelle des ersten Ganges sitzt, stellt die Handhabung des Schaltstockes kein Problem dar.
Der entscheidende Moment bei 4500 U/min
Dann kommt der Moment, für den der Porsche 959 berühmt ist. Unterhalb von 4500 Touren arbeitet der kleinere Turbolader. Der Motor wirkt kräftig, aber noch nicht überwältigend. Dann setzt der grosse Lader ein. Das fühlt sich an, als würde noch einmal eine ganze weitere Zylinderbank zugeschaltet. Der Druck baut sich auf, dann schiebt der 959 an mit einer Kraft, die auch nach heutigem Massstab ganz einfach nur: Eindruck macht. Porsche hatte sich zwar Mühe gegeben, mit der Registeraufladung die Kraftentfaltung über einen weiteren Drehzahlbereich so konstant wie möglich zu gestalten. Die Wucht, mit der der grosse Lader das Auto nach vorne drückt, ist trotzdem deutlich spürbar. Sehr deutlich.
Beeindruckend ist nicht nur, wie schnell der 959 schnell wird, sondern wie selbstverständlich er das tut. Schon vor 40 Jahren wurde er für seine Fahrstabilität und die Ruhe bei hohem Tempo gelobt. Daran hat sich bis heute nichts geändert – egal in welchem Kontext man das betrachtet. Kaum ein Supersportwagen, der älter als zwanzig Jahre ist, ist so ruhig zu fahren, so leicht zu kontrollieren, wie der Porsche 959. Wer einen Hitzkopf im Stil des direkten Konkurrenten Ferrari F40 erwartet, wird gelangweilt die Nase rümpfen.Â
Alles hat seinen Preis
Das alles hat seinen Preis. Hatte es damals für Porsche schon: 420 000 Deutsche Mark (umgerechnet heute rund 443 000 Franken) kostete der 959 neu. Damit waren noch nicht einmal die Produktionskosten gedeckt, geschweige denn die Entwicklung. Und hat es auch heute noch für potenzielle Kunden. Die Preise für die 959 sind in den vergangenen Jahren explodiert. Vor wenigen Jahren noch lagen sie deutlich unter Neupreis, dann ging es steil nach oben. Heute werden sie an Auktionen zu Preisen von bis zu 2 Millionen Franken gehandelt, die sehr seltenen 959 Sport sogar noch einmal deutlich mehr. Erst Anfang März 2026 wurde bei Broad Arrows ein Exemplar für über 5.5 Millionen US-Dollar verkauft.Â
Text: Ramon Egger – Bilder: Porsche MuseumÂ
👉 Dies ist eine gekürzte Version des Originalartikels. Den ausführlichen Text, inklusive der Vorgeschichte des Porsche 959 und dessen technischen Details lesen Sie in AUTOZEIT 4/2026 (erhältlich hier).
























