Cadillac Ecto-1 – Who you gonna call?
- 23. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Nicht in wenigen Hollywood-Filmen spielen Autos die Hauptrolle. In anderen spielen sie eigentlich eine Nebenrolle und bleiben trotzdem in Erinnerung. So auch der Ecto-1 der Ghostbusters, mit dem das Trio ab 1984 auf Geisterjagd ging.
Eigentlich hätte der Filmwagen ein schwarzes Auto sein sollen, möglichst düster und gespenstisch. Weil Geister aber eben nicht selten nachtaktive Wesen sind, erwies sich das als untauglich. Auf der Leinwand wäre ein schwarzes Fahrzeug in den dunklen Strassenschluchten abgesoffen. Also wurde der Cadillac weiss, bekam rote Akzente und eine auffällige Dachlandschaft aus Sirenen, Kästen und Antennen, die genau so chaotisch wirkte, wie das Einsatzkommando der Geisterjäger auftrat.
Dass ein Nachbau eines solchen Filmautos keine leichte Fingerübung ist, versteht sich von selbst. Das Original basierte auf einem Miller-Meteor von 1959, die einst schon keine Massenware waren und heute erst recht selten geworden sind. Wer heute ein Ecto-1-Replica bauen will, braucht deshalb auch die Bereitschaft, dort pragmatisch zu werden, wo es keine Originalteile mehr gibt.
So begann auch die Schweizer Geschichte. Die Swiss Ghostbusters, eine seit 2016 bestehende Fangruppe, suchten lange nach einem passenden Auto. Fündig wurden sie 2022 im deutschen Oldenburg: Dort stand ein 1959er Cadillac Superior zum Verkauf – nicht das identische Vorbild aus dem Film, aber solche Fahrzeuge stehen diesseits des Atlantiks eben nicht an jeder Ecke. Der Wagen wurde gekauft und in die Schweiz geholt.
Blaulichtbalken wurden in Ungarn aufgetrieben, seltene Lampen mussten ersetzt oder nachgebildet werden, Dachbox, Sniffer, HVAC-Einheit und Radar-Steuergerät entstanden teils in Eigenarbeit. Wo Originalteile entweder nicht mehr existierten oder nur zu absurden Preisen erhältlich gewesen wären, half der 3D-Druck. Ganz identisch mit dem Filmvorbild ist das Schweizer Replica trotzdem nicht – und er muss es auch nicht sein. Die auffälligste Abweichung betrifft die hinteren Seitenfenster. Beim Filmauto gibt es dort zusätzliche grosse Fenster, beim Schweizer Replica wurden sie aus Gründen der Dachlast und des Budgets nur optisch angedeutet.
Solche Details mögen aus Sicht eines Oldtimerfans unverständlich sein, schliesslich sind wir es uns gewohnt, alte Autos in ihrem Originalzustand zu halten. Die Filmfans scheinen da nachgiebiger zu sein. Es wäre sicher auch im Sinne der Ghostbusters, deren Einsatzauto alles andere als in perfektem Zustand war.
Als Geisterjäger Ray Stantz im Originalfilm mit dem günstig erworbenen Cadillac bei seinen Kollegen vorfährt, erwähnt er lakonisch, dass er «Arbeiten an der Aufhängung, neue Stossdämpfer, Bremsen, Bremsbeläge, Lenkung, Getriebe, Heckschürze … und vielleicht neue Kolbenringe, Schalldämpfer und etwas Verkabelung» benötige. So ist auch der Schweizer Ecto-1 eine «Work-in-Progress». Der Innenausbau entspricht noch nicht dem Original, das soll in nächster Zeit noch ergänzt werden.
Seinen ersten Auftritt hatte der Wagen bereits im März 2024 an der Zürcher Premiere von «Ghostbusters: Frozen Empire», dem neusten Teil der Filmreihe. Ausserdem kann er für Anlässe gemietet werden und ist regelmässig auch an Treffen der Filmszene zu sehen, beispielsweise am Filmautotreffen in der Enter Technikwelt am 6. und 7. Juni 2026.
Text: Kim Hüppin – Bilder: Kim Hüppin / Moviecars.
👉 Dies ist eine gekürzte Version des Originalartikels. Den ausführlichen Text lesen Sie in AUTOZEIT 3/2026 (erhältlich hier). Da erfahren Sie dann auch noch, dass das Auto beim Transport einen dramatischen Unfall hatte und wie es mühsam wieder restauriert werden musste.




























Kommentare