Schwarzwald Winter Challenge – Schmutz statt Schnee
- 28. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Zum siebten Mal führte die Schwarzwald Winter Challenge Oldtimer-Enthusiasten durch den südlichen Schwarzwald. Wenn andere ihre Klassiker noch im Dornröschenschlaf halten, stellen sich die Teilnehmer der Schwarzwald Winter Challenge der Härteprüfung. Schnee gehört eigentlich zur DNA der Veranstaltung – in diesem Jahr fehlte er allerdings. Kalt war es trotzdem.
Und als am Samstag die Sonderprüfung im Steinbruch von Steinach anstand, griffen die Organisatoren kurzerhand zu Schaufeln aus dem Baumarkt und begannen Eis abzutragen und Schlamm zu schippen, um die Prüfung möglich zu machen. Improvisation gehört hier ebenso dazu wie Präzision. Und dann natürlich auch: Leidenschaft und Herzlichkeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden ebenso umsorgt wie die Presse. Die Schwarzwald Winter Challenge hat sich so in wenigen Jahren einen festen Platz im Winterkalender erarbeitet.
Ihr Charakter ist schnell umrissen: Keine reine Jagd nach Bestzeiten, sondern eine Rallye nach Gleichmässigkeit, sauberer Navigation und präziser Fahrweise bei den Schlauchprüfungen. Für erfahrenere Rallyepiloten stellen die Regeln kein Novum dar. Neben den malerischen Strecken sind es vor allem auch die Sonderprüfungen, auf der Kartbahn oder in Kieswerken, die faszinieren. Herausforderungen gab es für die Teilnehmer trotzdem zu meistern.
Für die einen war dies schon das Fahren nach «Chinesenzeichen», für andere war die Herausforderung technischer Natur – nicht jedes Fahrzeug ist gleich gut geeignet dafür, Bestzeiten im eng ausgesteckten Slalom zu fahren. Und einen schön gepflegten BMW E46 M3 durch einen Steinbruch zu bewegen, grenzt dann doch an Sadismus.
Von 1931 bis 2004
Die Fahrzeuge deckten ein breites Spektrum ab, vom Schweizer Ford Model T der Vorkriegszeit bis hin zu Youngtimern aus den 2000er-Jahren. Ebenso breitgefächert das Feld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. So durften Sophie Zart und Marvin Grosse auf ihrem 3er-BMW ihr SWC-Debüt feiern und die Auszeichnung für die jüngsten Piloten mit nach Hause nehmen.
Im Zentrum steht denn auch nicht unbedingt der Sieg, sondern die Gemeinschaft: «Wir sind wie eine grosse Familie hier. Viele kommen seit Jahren immer wieder», sagte Dominic Müller, Initiator der Rallye und Betreiber des Hotel Ritter in Durbach – augenzwinkernd als «wohl einziger Hotelier Deutschlands mit Rennlizenz» bezeichnet. Er nennt die SWC zwar die «härteste Rallye Deutschlands», betonte aber gleichzeitig, dass es ihm in erster Linie um das Miteinander, die Stimmung und um Fairness geht.
Diese Haltung zeigte sich auch bei der Preisverleihung. Einen Seitenhieb konnte sich Müller nicht verkneifen, nachdem offenbar ein Team versucht hatte, einen Streckenposten zu bestechen – ein Verhalten, das ihm so gar nicht passt. Und auch nicht zum Geist der Veranstaltung. Zum ersten Mal übrigens wurden die Unparteiischen in diesem Jahr vom ADAC gestellt. Abseits der Strecke markierte die siebte Ausgabe einen Wendepunkt. So übergab der langjährige Rennleiter Karlheinz Schott die Verantwortung an den erst 26-jährigen Fabian Michalsky. Die Oldtimerszene ist auch bei der jungen Generation in besten Händen.
Gewertet wurde in fünf Kategorien: bis 1947, bis 1970, bis 1979 und ab 1980, sowie Allradfahrzeuge. Carlos Rieder, mit seinem Ford Model T einziger Starter bei den Vorkrieglern, hatte denn auch einen einfachen Tipp, um einen Klassensieg zu ergattern: «Startet einfach in einer Kategorie, in der sonst niemand antritt!» Im Gesamtklassement wurde es damit dann aber doch schwierig – da gewannen Andreas Zunehmer und Rolf Pellini auf einem Renault 5 Alpine Turbo.
Text: Ramon Egger – Bilder: Kim Hüppin, Hotel Ritter












































































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