Briggs & Stratton – Gasoline/Electric Hybrid Concept
- Ramon Egger
- 11. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Sagt Ihnen der Name Briggs & Stratton etwas? Vermutlich nicht. Die US-amerikanische Firma baut in erster Linie Motoren für Rasenmäher, Schneefräsen oder Go-Karts – und das auch vor allem für den nordamerikanischen Markt. Anfang der 1980er-Jahre allerdings überraschte Briggs & Stratton die Welt, mit einem Fahrzeug, das seiner Zeit voraus war – dem «Gasoline/Electric Hybrid Concept». Wie der Name bereits sagt, war das eine Studie für ein Hybridauto, das einen Benzin- mit einem Elektromotor kombinierte. Die Entwicklung des Hybridantriebs war damals ein experimentelles Feld, das vorerst den ökologischen Idealisten überlassen blieb. Trotzdem wagte sich Briggs & Stratton aus Milwaukee, mitten im schwerindustriellen «Rust Belt», an das Experiment.
Teile von Pinto und Scirocco
Das Fahrzeug war Frankensteins Monster – zusammengesetzt aus Bauteilen, die man entweder selbst schon zur Verfügung hatte oder die irgendwie opportun erschienen für die Konstruktion. Als Chassis nutzte man einen Marathon C-360, einen dreiachsigen elektrischen Transporter. Vorderachse, Lenkung und Getriebe entnahm man einem Ford Pinto, die Karosserie stammte von einem VW Scirocco. Und für den Verbrennungsmotor bediente man sich im eigenen Regal und setzte einen kleinen Viertaktmotor mit 694 ccm Hubraum und 18 PS Leistung ein, den man sonst in Rasenmähern verbaute. Dieser war über eine Kupplung mit einem Elektromotor zusammengeschaltet zu einem Hybridsystem. Dem Elektromotor nachgeschaltet waren eine Kupplung und ein manuelles Vierganggetriebe, worüber die vordere der beiden Hinterachsen angetrieben wurde.
Die zweite Hinterachse war weder angetrieben noch gebremst, sie diente einzig dazu das Gewicht der Batterie zu tragen. Der 2+2-Sitzer wog nämlich für damalige Verhältnisse schwere 1450 Kilogramm, ein Grossteil davon ging zu Lasten der Bleibatterie, die über den Hinterachsen verbaut war. Die zwölf 6-Volt-Batterien waren so geschaltet, dass das Auto eine Bordspannung von 36 Volt aufwies. Der Elektromotor selbst war auch nicht stärker als der Verbrenner: 20 PS brachte er maximal, im Dauerbetrieb waren es bloss 8 PS.
Auf 80 km/h in 35 Sekunden
Das Auto war aber nicht für grosse Ausfahrten vorgesehen. Maximal 90 km/h schnell lief er, die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h soll ganze 35 Sekunden gedauert haben. Und nach 60 Minuten Stadtverkehr war die Batterie leer, die Aufladung – an einer handelsüblichen Steckdose – dauerte mehr als 8 Stunden. Eindrücklich war der Verbrauch: 2.8 l/100 km im Hybridmodus.
Wenig erstaunlich hat es das Fahrzeug nie in die Serienproduktion geschafft. Nachdem man es an einigen Messen ausgestellt und für Probefahrten zur Verfügung gestellt hatte, wanderte es ins firmeneigene Museum.
Text: Kim Hüppin – Bilder: Briggs & Stratton
🔐 Dies ist eine gekürzte Version des Artikels aus AutoZeit 5/2025. Noch mehr Informationen, auch zur automobilen Vergangenheit von Briggs & Stratton, gibt es im Print-Magazin oder mit einem Abonnement unter autozeit.ch/e-paper.
















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