Zu Besuch im: VW Käfer Museum Aarburg
- Ramon Egger
- 18. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Unter einer Turnhalle in Aarburg liegt ein Schatz, den man von aussen kaum erahnen kann. Fünfzehn sorgfältig restaurierte und gepflegte VW Käfer reihen sich im ausgebauten Untergeschoss aneinander – fast jede Modellgeneration, die zwischen 1950 und 1974 in Wolfsburg gefertigt wurde, ist vertreten. Der Ort ist mehr als ein Museum. Er ist ein Vermächtnis.
Dieses Vermächtnis geht zurück auf Hans Peter Nething.
Er war Autor, Journalist und vor allem: leidenschaftlicher Sammler. In den 1970er-Jahren überlebte Nething einen schweren Autounfall – er war überzeugt, dass sein VW Käfer ihm das Leben gerettet hat. Aus Dankbarkeit und wachsender Faszination begann er, Käfer zu sammeln und zu restaurieren. Wichtig war ihm dabei stets die Herkunft: Nur Modelle, die in Wolfsburg gefertigt wurden, durften in seine Sammlung.
Zwischenlösung Turnhalle
Mit zunehmendem Alter machte sich Nething immer mehr Gedanken darüber, was mit den Käfern nach seinem Tod geschehen soll. Eines war klar für ihn: Die Käfer sollen ein Zuhause in Aarburg finden. So wollte er diese seiner Heimatstadt schenken unter der Bedingung, sie in einem Museum für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Jahr nach seinem Tod 2013 lehnten die Aarburger Stimmbürger die Finanzierung des Unterhalts dieser Oldtimer aber ab und die Käfer fielen zurück an die Erbin Nethings, Elsbeth Märchy. Lange war nicht klar, was mit ihnen geschehen soll und die Fahrzeuge wurden im Untergeschoss einer Turnhalle in Aarburg zwischengelagert.
Was wie ein Rückschlag wirkte, wurde zum Wendepunkt: Freunde und Bekannte des Sammlers, allen voran Elsbeth Märchy und Roland Schmid, organisierten sich und gründeten die Nething‑Roth‑Stiftung, um den Unterhalt der Käfer und einen Umbau des anfangs nur als Zwischenlösung gedachten Untergeschosses finanzieren zu können. Bis zur Eröffnung des Museums im August 2015 war es aber ein weiter Weg. Die Kellerräume der Turnhalle waren in einem rohen Zustand – kühl, karg, alles andere als museumsreif. In Eigenleistung, mit viel Engagement und Unterstützung wurde das Untergeschoss umgebaut.
Seitdem öffnet das Museum exklusiv für Führungen, Gruppenbesuche und Anlässe auf Anfrage. Wer jedoch den Weg hinein findet, wird belohnt: Mit viel Fachwissen, Herzblut und spannenden Geschichten führen Elsbeth Märchy und Roland Schmid durch die Sammlung. Beide sind selbst begeisterte Käferfahrer und teil des Vereins VW Käfer Museum Aarburg, der sich zusammen mit der Stiftung um den Unterhalt der Käfer und die Führung des Museums kümmert.
Abwechslungsreiche Sammlung
Die fünfzehn Käfer aus verschiedenen Wolfsburg-Generationen zeigen dessen aufregende Geschichte. Angefangen beim seltenen Hebmüller Cabriolet aus dem Jahre 1950, über den «Zwitter» von 1953 bis hin zum jüngsten Modell der Sammlung, einem VW Käfer Typ 1/11 von 1974. Dazwischen befinden sich weitere Raritäten: Eine Schweizer Sonderversion mit Blinkern statt Zeigern von 1955, ein Karmann Cabriolet des Typ 1/15 von 1960 oder ein Sondermodell anlässlich des Weltrekordes des meistverkauften Autos der Welt 1972.
Text und Bilder: Kim Hüppin
Praktische Informationen
Das VW Käfer Museum in Aarburg umfasst eine kleine, detailreich eingerichtete Einstellhalle mit einer Sammlung von 15 ausgewählten VW Käfern und öffnet jeweils auf Anfrage. Es kann auch für diverse Anlässe gemietet werden.






















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